Brandversuche Days of Fire Part 2 – 16.09.2019

Die zweite Brandversuche-Testreihe 2019 fand im kleinen Rahmen mit der Bundesfeuerwehr Wien unter der Leitung von Roman Sykora am Katastrophenhilfsdienstübungsplatz im Tritolwerk statt.

Programm der zweiten Brandversuche-Testreihe:

  • Kleinversuche im Innenraum von Kraftfahrzeugen
  • Simulation von Parkschäden an Kraftfahrzeugen
  • Flammenübertritt bei geparkten Fahrzeugen
  • Reaktionen von Lithium-Ionen-Batterien und Zebra-Batterien (Nickel-Natriumchlorid) beim Einsatz eines Speziallöschgerätes

Brandversuche im Detail – Kleinversuche

Zu Beginn des Tages haben wir diverse Parkschäden an zwei Fahrzeugen mit zum Teil nicht erwarteten Ergebnissen simuliert.
So führten wir eine Reihe von Kleinversuchen im Kfz-Innenraum. Wir testeten die  Möglichkeiten von Brandauslösern wie Zigaretten, Wunderkerzen und Zeitungspapier.

Brandausbruch im Innenraum durch brennende Zigarette

Dafür haben wir jeweils eine Zigarette auf der Sitzfläche des Beifahrersitzes und auf dem Bodenbelag platziert. Der Sitzbezug und auch der Bodenbelag sind im betroffenen Bereich wie vermutet geschmolzen. Eine Entzündung entstand in beiden Fällen jedoch nicht. Ein Löschvorgang war nicht erforderlich.

Brandausbruch im Innenraum durch Wunderkerze

Wir haben den gleichen Versuch mit Wunderkerzen durchgeführt. Der Bodenbelag war stärker beschädigt als beim Versuch mit der Zigarette. Der Sitzbezug ist durchgeschmolzen. Das darunter befindliche Polstermaterial brannte. Zu Beginn der Brandausbreitungsphase wurde abgelöscht. Das Löschen ist nach Ausbruch des Feuers mit einem Handfeuerlöscher möglich.

Brandausbruch im Innenraum durch brennende Zeitung

Beim Brandausbruch im Innenraum bei geschlossenen Türen durch Zeitungspapier auf der Rücksitzbank erstickte das Feuer nach wenigen Minuten von selbst.

Brandversuch: Simulierter Vandalismus

Der letzte Kleinversuch an der Karosserie war ein simulierter Vandalismus. Dabei haben wir zwei externe Zündquellen benutzt, jeweils an einem vorderen und einem hinteren Reifen. Wir testeten, ob und wie sich das Feuer am Fahrzeug ausbreitet und in welcher Intensität der Brand verläuft. Auch dieser Versuch wurde im Ausbreitungsstadium abgelöscht.

Brandausbruch im Motorraum

Einen Brandausbruch im Motorraum (aus verschiedenen Gründen möglich) hat die Feuerwehr relativ rasch unter Kontrolle gebracht.

Brandversuch: Flammenübertritt bei geparkten Fahrzeugen 

Nach einer kurzen Pause haben wir einen Flammenübertritt bei zwei geparkten Fahrzeugen nachgestellt. Die Flammen griffen relativ rasch vom brennenden Fahrzeug auf das nebenan abgestellte Fahrzeug über. Der Versuch, eines der Fahrzeuge mit einer Branddämmungsdecke unter Kontrolle zu bringen, war nur mit mäßigem Erfolg gekrönt. Im Anschluss hatte die Feuerwehr kein Problem mit dem Ablöschen der Fahrzeuge.

Brandversuch mit dem Löschsystem Cobra und Batterien

Zum Abschluss der Versuchsreihe kam noch ein Cobra Schneid-Löschgerät zum Einsatz. Das Löschsystem Cobra arbeitet mit einem Druck von 300 bar und einer Durchflussmenge von 51 l/min. Interessant war, wie eine Lithium-Ionen-Batterie oder eine Zebra-Batterie beim Löschen mit diesem Schneid-Löschgerät reagieren würde. Die Lithium-Ionen-Batterie reagierte sofort. Nach kurzer Zeit kollabierten mehrere Zellen thermisch. Zum Teil wurden einzelne Zellen abgesprengt. Die Zebrabatterie zeigte ebenfalls eine Reaktion, ging jedoch nicht in Flammen auf. 

Unser Fazit zum Cobra Schneid-Löschgerät im Einsatz mit Hochvoltsystemen an Kraftfahrzeugen: Das Cobra Schneid-Löschgerät kann sich problemlos einen Zugang durch die Ummantelung einer HV-Batterie verschaffen. Dadurch wird jedoch im Inneren der Hochvoltbatterie eine nicht erwünschte Reaktion ausgelöst.

Im Namen der WN-Technical Training GmbH, vertreten durch Emanuel Wulgarellis und Andreas Nunberg, bedanken wir uns für diesen Tag bei unseren Partnern!

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