Löschversuche Batterien – Days of Fire, Juni 2019

Brand- und Löschversuche „Lithium-Ionen-Batterien“

Das Tritolwerk ist ein beliebter Katastrophenhilfsdienstübungsplatz der ABC-Abwehrschule. Es befindet sich im Bezirk Wiener Neustadt. Mitte Juni fanden dort Brand- und Löschversuche von Lithium-Ionen-Batterien statt. Die Federführung lag bei Sachgebietsleiter Roman Sykora (SG 4.6 – gefährliche Stoffe) mit Beteiligung des Sachgebietes 3.7 Löschmittel und der Bundesfeuerwehr Wien.

Umfangreiche Brandversuche

Roman Sykora lud im Namen des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes zu Brand- und Löschversuchen zum Thema Lithium-Ionen-Batterien nach Niederösterreich. Das Projekt wurde gemeinsam mit folgenden Partnern durchgeführt:

  • WN-Technical Training GmbH, vertreten durch die KFZ-Sachverständigen Andreas Nunberg und Emanuel Wulgarellis, – E-Mobilität
  • TÜV Süd – Luftgütemessung
  • Jens Krause von der Berufsfeuerwehr Hamburg
  • Natalia Lebedeva vom European Commission-Joint Research Centre

Perfekte Bedingungen für Messungen

Im Tritolwerk auf dem Abbrandplatz bietet optimale Bedingungen für umfangreiche Messungen. Internationale Spezialisten und das Umweltmessfahrzeug der Berufsfeuerwehr Wien haben akribisch gemessen. „Bei den Brandversuchen ging es um die durch den Brand von Lithium-Ionen-Akkus ausgelöste Umweltbelastung des Bodens, die Schadstoffe in der Luft und im Löschwasser sowie die Rückstände am Brandgut. Der TÜV Süd und Jens Krause von der Berufsfeuerwehr Hamburg/Universität Rostock haben die Messungen durchgeführt“, erklärt Roman Sykora. Er ist seit mehreren Jahren auch Leiter der HAZMAT-Kommission im Internationalen Feuerwehrverband CTIF.

Löschversuche

Die Verantwortlichen nahmen die Brandversuche zum Anlass, um unterschiedliche Löschmittel zu testen. Dazu gehörten Glasperlen, ein Gel-Löscher, ein Löscher mit Metallbrandpulver, Mittelschaum und Wasser. Man kam zu einem nicht ganz klaren Ergebnis. So konnte der Einsatz von Wasser die Verrauchung fast umgehend stoppen. Allerdings dauerte es ohne Frischwasserzufuhr eine erhebliche Zeit, bis die Temperatur merklich zurückgegangen war.

Anders die Ergebnisse der anderen Löschmittel. Der Löscher mit Glutbrandpulver zeigte fast keine Löschwirkung. Der Gel-Löscher konnte zwar die Flammenentwicklung und die Temperatur sofort niederschlagen, aber das Brandgut rauchte erheblich weiter. „Im Innenraum wäre keine Entwarnung zu geben, da die Brandgase entzündlich sind“, so Markus Jauk, Sachgebietsleiter 3.7.

Die oft angepriesenen Glasperlen zeigten ebenfalls keine Wirkung. Sie sind ein Löschgranulat, das aufgetragen werden muss. „Hier sind weitere Tests notwendig. Der erste Versuch hat gezeigt, dass dies kein Löschmittel ist, welches einfach nur aufgetragen werden kann. Hier ist mehr Wissen über das Löschmittel notwendig“, so Jauk.

Dokumentation

FEUERWEHR.AT und WN-Technical Training haben die Löschversuche mit Foto- Video- und Wärmebildkamera begleitet. Die Videos finden Sie auf dem YouTube-Kanal von feuerwehr.at: 

Lithium-Ionen-Batterie: Löschversuch mit Wasser

Lithium-Ionen-Batterie: Löschversuch mit Schaum

Lithium-Ionen-Batterie: Löschversuch mit Metallbrandpulver

Lithium-Ionen-Batterie: Löschversuch mit Gel Löscher

Ergebnisse

Die Ergebnisse der Messungen und die Lehren daraus werden veröffentlicht, sobald sie verfügbar sind. „Wir wollen sinnvolle Lehren, welche in der Einsatzpraxis relevant sind, aus den Ergebnissen ziehen. Es wird auch international an diesem Thema gearbeitet und wir sind hervorragend vernetzt“, so Roman Sykora.

Im Namen der WN-Technical Training GmbH und Roman Sykora bedanken wir uns bei allen, die an diesen beiden Tagen anwesend waren und bei unseren Partnern.

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